Häufige Fragen

Die Zahl der Menschen, die vor Krieg, Konflikten und Verfolgung fliehen mussten, war noch nie so hoch wie heute. Ende 2016 waren 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht. Allein 5,5 Millionen SyrerInnen sind ins Ausland geflüchtet, insbesondere in die umliegenden Länder. Weitere 2,5 Millionen Flüchtlinge stammen aus Afghanistan und die Konflikte im Südsudan haben rund 1,4 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. 

Diese Ausmasse überfordern die Möglichkeiten und Kapazitäten der Hauptaufnahmeländer dieser Flüchtlinge, wie etwa die Türkei, Pakistan, Libanon oder Uganda. Unter prekären Lebensbedingungen harren unzählige Familien in den Flüchtlingslagern aus, ohne Chance auf Integration vor Ort, aber auch ohne Perspektive auf Rückkehr in ihre Heimat. Namhafte Geldgeber des Uno-Hilfswerks für Flüchtlinge (UNHCR) haben ihre Beiträge massiv gekürzt. Dies hat bei der Hilfsorganisation zu Kapazitätsengpässen geführt, sodass nicht alle bedürftigen Menschen vor Ort registriert und unterstützt werden können. 
Auch jene Flüchtlinge, die eine Weiterreise wagen, um Schutz in Europa zu suchen, setzen sich grössten Gefahren aus: In den Jahren 2016 und 2017 sind über 8'000 Menschen bei ihrer Flucht übers Mittelmeer ums Leben gekommen.

Gleichzeitig hat Europa seine Grenzen zunehmend geschlossen. Die Balkanroute gilt heute als dicht und auch auf der zentralen Mittelmeerroute zeichnete sich 2017 ein starker Rückgang ab, da die sogenannte libysche Küstenwache aufgrund von Geldzuwendungen Italiens damit begonnen hat, Bootsflüchtlinge systematisch an der Überfahrt zu hindern. Die Betroffenen werden nach Libyen in Internierungslager zurückgeschickt, wo katastrophale Zustände herrschen und sie täglich schwersten Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind.
Dies hat dazu geführt, dass es Flüchtlingen, die seit Jahren unter menschenunwürdigen Verhältnissen in Kriegsregionen oder in den umliegenden Ländern festsitzen, praktisch verunmöglicht wird, Zugang zu einem fairen Asylverfahren in einem europäischen Staat zu finden.

Es ist daher zentral, legale Zugangswege für Flüchtlinge zu schaffen, über die die Verletzlichsten unter ihnen sicher und unversehrt aus den Krisenregionen nach Europa gelangen können, um hier ein Asylgesuch stellen und Schutz finden zu können. Hierzu kommen bestehende Verfahren wie etwa das UNHCR-Resettlement-Programm, humanitäre Visa oder erweiterte Familienzusammenführungen, aber auch neue alternative Instrumente wie zum Beispiel Private Sponsoring- oder Stipendienprogramme für Flüchtlinge in Betracht.


Kontingentflüchtlinge sind gemäss Art. 56 des Asylgesetzes Flüchtlinge aus Krisenregionen, die im Rahmen internationaler humanitärer Hilfsaktionen als Flüchtlinge anerkannt und im Land aufgenommen werden. 

Diese Möglichkeit des Bundes, Kontingente von Flüchtlingen festzulegen, bietet eine schnelle Hilfe für besonders bedrohte Menschen und ist eine seit Jahren etablierte Schweizer Praxis, für die das Land international geachtet wird. Auf diesem Weg fanden zwischen 1950 und 1995 Tausende von Menschen Zuflucht in der Schweiz, zum Beispiel aus Ungarn (bis 1957 wurden rund 13'000 ungarische Flüchtlinge aufgenommen) oder Vietnam (die Schweiz nahm zwischen 1975 und 1983 rund 8‘200 «Boat People» auf). Auch zu Zeiten des Jugoslawienkrieges fanden so Tausende Schutz in der Schweiz.


Der Schweizer Bundesrat hat im September 2013 beschlossen, im Rahmen eines dreijährigen Pilotprojekts 500 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge des Syrienkrieges aufzunehmen – und zwar über das Resettlement-Programm des Uno-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR). 

Im März 2015 entschied der Bundesrat, im Rahmen einer humanitären Aufnahmeaktion weitere 3000 Opfer des Syrienkonflikts aufzunehmen – gestaffelt über die Dauer von drei Jahren (1000 über Resettlement, 1500 über Relocation (EU-interne Verteilung von Menschen, die bereits in einem Dublin-Land an den EU-Aussengrenzen ein Asylgesuch gestellt haben, v.a. Italien und Griechenland) und 500 über humanitäre Visa).

Mit dem Bundesratsbeschluss vom 9. Dezember 2016 wurde die Weiterführung des Resettlement-Programmes und die Aufnahme von 2'000 Flüchtlingen bis 2019 beschlossen. Seit der Einführung dieses jüngsten Programms haben im Jahre 2017 bereits 590 Personen in der Schweiz Schutz gefunden. Aufgenommen werden primär syrische Staatsangehörige aus dem Libanon und aus Jordanien.

Des Weiteren nimmt die Schweiz im Rahmen einer dringlichen humanitären Sofortmassnahme 80 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge auf, die aus ihrer prekären Lage in Libyen evakuiert werden.


Ihrer humanitären Tradition folgend hat die Schweiz von 1950 bis 1995 über Flüchtlingskontingente Zehntausenden Menschen Schutz und eine neue Lebensperspektive gewährt. Die international geschätzte Politik wurde wegen der vielen individuellen Asylgesuche aus Ex-Jugoslawien jedoch eingestellt.

2013 wurde die Kontingentspolitik mit dem anhaltenden Krieg in Syrien und den grossen Fluchtbewegungen wiederaufgenommen. Seither hat die Schweiz pro Jahr rund 1000 Plätze für syrische Flüchtlinge geschaffen. Im Vergleich zur früheren Kontingentspolitik ist das relativ bescheiden: 1956/57 etwa wurden innert kürzester Zeit rund 13'000 ungarische Flüchtlinge hierzulande aufgenommen.

Gleichzeitig registriert die Schweiz derzeit unterdurchschnittlich tiefe Asylgesuchszahlen: Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2017 mit 18'000 Gesuchen rund ein Drittel weniger Gesuche gestellt. Es ist der tiefste Wert seit dem Jahr 2010 (der Durchschnitt der letzten 20 Jahre beträgt 24'000 Asylgesuche). Und dies in einer Zeit, in der so viele Menschen auf der Flucht sind und Asyl benötigen, wie nie zuvor. Weltweit sind laut UNHCR im Jahr 2018 rund 1,2 Millionen registrierte Flüchtlinge auf eine Neuansiedlung in einen sicheren Drittstaat (Resettlement) angewiesen – das heisst, das UNHCR schätzt die Lage dieser Menschen in ihrem Erstzufluchtsland als so prekär ein, dass eine dauerhafte Umsiedlung in einen aufnahmebereiten Drittstaat als einzige Lösung in Frage kommt. 

Mit einer Erhöhung der Kontingente können wir dazu beitragen, gezielt solch besonders verletzliche Flüchtlinge aus ihrer unhaltbaren Lage zu befreien und ihnen Schutz und neue Zukunftsperspektiven in der Schweiz zu bieten.


Ja, wir können. Die Schweiz ist ein reiches Land mit einer gut ausgebauten Infrastruktur. Andere Länder wie beispielsweise der Libanon, wo heute ein Fünftel der Bevölkerung Flüchtlinge sind, drohen angesichts der Flüchtlingsströme aus allen Nähten platzen. Ende 2017 machten anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommenen Personen in der Schweiz gerade einmal rund 1,4 Prozent der ständigen Schweizer Wohnbevölkerung aus.

Zudem sind die in der Schweiz gestellten Asylgesuche – auch aufgrund der zunehmenden Abschottung Europas – im letzten Jahr massiv gesunken. Gingen in den letzten zwanzig Jahren durchschnittlich 24'000 Asylgesuche pro Jahr bei uns ein, so waren es 2017 nur 18'000.

Was die Integration betrifft, so ist die nötige Infrastruktur da und Prozesse und Abläufe sind eingespielt. Bund und Kantone arbeiten gut zusammen und letztere haben inzwischen viel Erfahrung sammeln können. Eine Erhöhung der Aufnahmezahlen kann bewältigt werden, indem auf bestehende Abläufe, Einrichtungen und bestehendes Wissen, aber auch auf den gezielten und begleiteten Einsatz von Freiwilligen zurückgegriffen wird.


Das Resettlement-Programm des Uno-Hilfswerks für Flüchtlinge (UNHCR) ermöglicht Geflüchteten, die bereits in einem anderen Land Schutz gesucht haben, jedoch auch dort keine Perspektive auf ein menschenwürdiges Leben haben, eine dauerhafte Neuansiedlung und damit eine Zukunft in einem aufnahmebereiten Drittstaat. Indem man die Schutzsuchenden direkt aus der Kriegsregion holt, erspart man ihnen die gefährliche und traumatisierende Reise mit Hilfe von sogenannten Schleppern.

Nur besonders verletzliche und schutzbedürftige Personen (zum Beispiel traumatisierte Flüchtlinge oder alleinstehende Frauen mit Kindern) kommen für ein Resettlement in Frage. Die am Programm teilnehmenden Aufnahmestaaten legen auf freiwilliger Basis jährlich die Aufnahmequoten sowie die zu begünstigenden Personengruppen fest. Im Aufnahmeland erhalten die Personen direkt den Flüchtlingsstatus. Für die aufnehmenden Staaten bietet diese Form der humanitären Aufnahme viele Vorteile. Sie erfahren bereits vorab, wer wann mit welchen Ressourcen und Handicaps in ihr Land kommt und können so integrationsfördernde Massnahmen bereits im Voraus organisieren. Die vorgeschlagenen Dossiers werden durch den Nachrichtendienst des Bundes auf ihre Sicherheit geprüft. Auch wird vorab sondiert, ob die Personen gemäss der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannte Flüchtlinge sind und gemäss Schweizer Asylgesetz einen Flüchtlingsstatus erhalten.


Einige Staaten wie etwa Kanada oder Grossbritannien haben bereits Modelle ausgearbeitet, die eine private Mitwirkung bei humanitären Aufnahmeaktionen von Flüchtlingen vorsehen. Privatpersonen respektive private Organisationen sind in diesen Modellen etwa verantwortlich für die Unterbringung und die Alltagsbegleitung und unterstützen die Integration in den Arbeitsmarkt. Ein Vorteil solcher «Private Sponsorship»-Modelle ist, dass die einladenden Organisationen oder Privatpersonen eine Bindung mit den Schutzsuchenden eingehen, dass Vorurteile abgebaut werden können und dass die zukünftige Integration positiv beeinflusst werden kann. Es entstehen wichtige Netzwerke mit Einheimischen, die den Geflüchteten helfen, sich schneller und besser im Alltag, sowie bei Gesundheit- und Bildungsfragen zurechtzufinden und im Idealfall auch den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden.

Die Schweizer Zivilgesellschaft hat immer wieder bewiesen, dass sie durchaus willens und auch fähig ist, ihren Beitrag zu leisten. Wir fordern daher, dass auch in der Schweiz ein Modell eingeführt wird, das verstärkt die Einbindung privater Unterstützung und Ressourcen beispielsweise von Einzelpersonen, NGOs, Kirchen, Sozialverbänden oder anderen interessierten Gruppen bei der Alltagsbegleitung oder bei der Unterbringung von Flüchtlingen ermöglicht.


Mit humanitären Visa können Menschen, die an Leib und Leben gefährdet sind, legal in die Schweiz einreisen. Ein humanitäres Visum muss persönlich bei einer Schweizer Vertretung beantragt werden. Erteilt werden diese Visa vom Staatssekretariat für Migration (SEM) für eine Dauer von 90 Tagen. Die so eingereiste Person kann während des Aufenthalts in der Schweiz einen formellen Asylantrag stellen. Humanitäre Visa sind daher ein unbürokratisches und höchst flexibles Instrument zur schnellen und kosteneffizienten Ergänzung traditioneller Resettlement-Programme.

2012 wurde das Botschaftsasyl abgeschafft mit dem Hinweis auf das bestehende Instrument der humanitären Visa. In der Praxis der Schweizer Behörden wird dieses Instrument allerdings sehr zurückhaltend und gemäss äusserst restriktiven Kriterien angewandt. 
Beispiel dafür ist etwa die «Drittstaatenregelung»: Menschen, die ihren Herkunftsstaat bereits verlassen haben, wird in der Regel kein humanitäres Visum erteilt, da die Behörden davon ausgehen, dass keine Gefährdung mehr besteht. In zahlreichen Ländern, aus denen die Menschen vor Krieg und Verfolgung flüchten, existieren keine Schweizer Vertretungen und die Personen müssen sich zwangsläufig in ein Nachbarland begeben, um den Visa-Antrag zu stellen – der dann meist abgelehnt wird, ohne dass die tatsächliche Gefährdung in ihrem Herkunftsland vertieft geprüft. Die Drittstaatenregelung ist daher grundsätzlich zu überdenken.


Mit dem Familiennachzug wird das verfassungsmässige Recht auf Familienleben gewährleistet. Als Familie gilt in der Regel nur die sogenannte «Kernfamilie», also Ehegatten und Kinder unter 18 Jahren.

In der Schweiz dürfen anerkannte Flüchtlinge, denen Asyl gewährt wurde, ihre Familienmitglieder sofort nachziehen. Für syrische Flüchtlinge, die in der Schweiz eine Aufenthaltsbewilligung besitzen (B oder C) wurde der Familiennachzug auf die Eltern, Grosseltern, Enkelkinder und die Geschwister ausgeweitet. 

Anders sieht es aus bei vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen AusländerInnen (ein Grossteil der syrischen Flüchtlinge in der Schweiz): Sie können frühestens drei Jahre nach der Anordnung der vorläufigen Aufnahme ihre Ehegatten und Kinder unter 18 Jahren in die Schweiz nachziehen und müssen dabei folgende Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen zusammen wohnen und eine ausreichend grosse Wohnung und genügend finanzielle Mittel für den Unterhalt der Familienmitglieder nachweisen. Für Sozialhilfebeziehende ist der Familiennachzug damit ausgeschlossen. 

Zudem kommt eine erweiterte Familienzusammenführung für vorläufig aufgenommene Flüchtlinge bisher nicht in Frage. Viele Familien wurden auf ihrer Flucht auseinandergerissen. Junge Erwachsene, die vor ihrer Flucht immer bei ihren Eltern gelebt haben, sowie andere sozial und/oder wirtschaftlich abhängige Familienmitglieder (betagte Elternteile, verwaiste Neffen oder behinderte Geschwister) sitzen allenfalls noch in den Krisenregionen oder in Ländern entlang der Fluchtrouten fest, ohne Chance auf einen legalen Zugangsweg in die Schweiz. Eine breitere und umfassendere Definition des Begriffs Kernfamilie scheint in diesem Zusammenhang erforderlich und würde der Realität des Familienbegriffs in den meisten Herkunftsländern besser Rechnung tragen.


Ein hoher Prozentsatz der Flüchtlinge weltweit sind junge Menschen, die zum Teil studieren oder über Qualifikationen verfügen, die es ihnen ermöglichen würden, ein Hochschulstudium oder einen postsekundären Bildungsgang aufzunehmen. Viele Flüchtlinge könnten demnach von einem legalen Zugangsweg für Studierende profitieren.

Die Schweiz sollte daher die Möglichkeit prüfen, ein Stipendienprogramm einzurichten, das Geflüchteten ein Studium oder den Abschluss einer Berufslehre in der Schweiz ermöglicht. Durch ein solches Stipendienprogramm würde aktiver Flüchtlingsschutz und praktische humanitäre Hilfe für potenziell Studierende und Lernende in einer existentiellen Notlage geleistet: Junge Menschen, die sonst womöglich die lebensgefährliche Reise über das Mittelmeer riskieren würden, um nach Europa zu gelangen, erhielten so die Möglichkeit, ihr Studium oder ihre Berufslehre in einer sicheren Umgebung fortzuführen und bei einer späteren Rückkehr in ihrer Heimat wertvolle Aufbauarbeit zu leisten.


Regierungen können zwar den notwendigen politischen Rahmen bereitstellen, bei der Schaffung günstiger Voraussetzungen für die Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft kommt der Zivilgesellschaft jedoch eine entscheidende Rolle zu. Ihr Einbezug erleichtert den Aufbau von Beziehungen zwischen Flüchtlingen und der einheimischen Bevölkerung und trägt zum sozialen Zusammenhalt bei. Diese Begegnungen auf Augenhöhe können dazu beitragen, dass geflüchtete Menschen in ihrem Umfeld nicht nur als «Flüchtlinge», sondern eben als Menschen mit Ressourcen, Interessen und Potenzialen wahrgenommen werden. Zivilgesellschaftliche Akteure können eine entscheidende Rolle spielen, zum Beispiel als Türöffner, um den Flüchtlingen soziale Netzwerke zugänglich zu machen. Ihre Unterstützung trägt nachweislich dazu bei, dass sich Flüchtlinge schneller im Alltag zurechtfinden. 

In der Schweiz leisten diverse zivilgesellschaftliche Akteure – seien es Einzelpersonen, NGOs, Sozialverbände oder Kirchgemeinden – bereits viel für Geflüchtete. Es ist daher wichtig, dieses Potenzial wahrzunehmen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen bereitzustellen, um zivilgesellschaftliche und kirchliche Initiativen bei der Unterbringung, Alltagsbegleitung oder Bildung von Flüchtlingen in der Schweiz verstärkt einzubeziehen.


Die Mehrheit der anerkannten Flüchtlinge und der vorläufig aufgenommenen Flüchtlinge und AusländerInnen sind im arbeitsfähigen Alter. Viele von ihnen bringen Berufsqualifikationen und Arbeitserfahrung mit und sind hochmotiviert, ihre Fähigkeiten in der Schweiz einzusetzen. 

Dennoch haben nur 25 bis 30 Prozent dieser Menschen in den ersten Jahren ihres Aufenthalts eine Arbeit mit einem die Lebenskosten deckenden Lohn. Von den Personen, deren Asylgesuch noch hängig ist, gehen nur 2,5 Prozent einer Erwerbstätigkeit nach (Asylstatistik 2016).

Für Menschen aus dem Asylbereich gibt es nach wie vor viele Hindernisse, wenn sie arbeiten möchten: Ihre im Ausland erworbenen Kenntnisse und Zeugnisse werden nicht anerkannt, sie kennen sich mit dem Schweizer Arbeitsmarkt nicht aus, dazu kommen die Sprachbarrieren. Der Schweizer Arbeitsmarkt ist sehr anspruchsvoll, vor allem, was die Sprachkenntnisse betrifft. 

Auch die Evaluation des spezifischen Integrationsprogramms des Bundes für Resettlement-Flüchtlinge zeigte, dass ein Grossteil der Resettlement-Flüchtlinge zwar eine hohe Motivation zur beruflichen Integration sowie mehrjährige Arbeitserfahrung mitbrachte, dass innerhalb der ersten zwei Jahre in der Schweiz jedoch nur sehr wenige eine Bildungsmassnahme oder eine berufliche Massnahme absolvieren konnten. Grund dafür war vor allem das mangelnde Angebot an niederschwelligen Arbeitsintegrationsprogrammen und die hohen sprachlichen Hürden (Niveau A2). Hier zeichnet sich daher klar ein Bedarf nach einem Ausbau von niederschwelligen Angeboten zur beruflichen Integration und von Möglichkeiten zum angewandten Spracherwerb (Spracherwerb durch Beschäftigung) ab.